Proteste in Venezuela: Bewaffneter Mob erschießt Studentenführer in San Cristóbal

daniel

Student wird vom bewaffneten Mob erschossen (Foto: Twitter)
Datum: 11. März 2014
Uhrzeit: 07:45 Uhr
Leserecho: 9 Kommentare
Autor: Redaktion
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In Venezuela haben die seit Februar andauernden Proteste gegen das linksgerichtete Regime ein weiteres Todesopfer gefordert. Nachdem am Samstag (8.) in Mérida die 47-jährigen chilenische Staatsbürgerin Giselle Rubilar erschossen wurde, starb am Montag (10.) der 24-jährige Student Daniel Tinoco in der Stadt San Cristóbal. Nach Berichten von Augenzeugen befand sich der Student der Universität von Táchira an der Kreuzung der Aavenida Carabobo/Avenida Ferrero Tamayo als er und seine Freunde von einer motorisierten Gruppe angegriffen wurden. Ohne Warnung feuerte der Mob in die Gruppe, Daniel starb an einem Schuss in die Brust. Seine beiden Begleiter wurden mit Schussverletzungen (Schulter/Oberschenkel) in ein Krankenhaus eingeliefert. Meldungen, dass zwei weitere Personen erschossen wurden, sind offiziell nicht bestätigt.

In der venezolanischen Stadt San Cristóbal herrscht weiterhin der Ausnahmezustand. Augenzeugen, der Bürgermeister und staatlich nicht kontrollierte/manipulierte Medien berichten übereinstimmend, dass die Sicherheitskräfte und ihre paramilitärischen Verbündeten “ohne Rücksicht auf Verluste” vorgehen und mit Tränengas und Gummischrot durch die geschlossenen Fensterscheiben der Häuser schießen. Die ganze Stadt ist gelähmt, öffentliche Transportmittel haben ihren Dienst eingestellt.

“Wir sprechen hier von einem kollektiven Vandalismus durch Polizei und Militär. Die Nationalgarde fährt mit gepanzerten Fahrzeugen durch die Straßen und rammt rücksichtslos jedes Auto. Dutzende Häuser wurden minutenlang mit Tränengas und Gummigeschossen eingedeckt, Kinder und ältere Menschen leiden unter Atemnot”, so
das Stadtoberhaupt.

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  1. 1
    Der Bettler

    Wann wird diesen Dreckschweinen endlich mal und entgültig das Handwerk gelegt ? !!! Es sind doch genügend Beweise vorhanden das Maduro und seine Schlächter verantwortlich sind.Ich verstehe einfach nicht,daß die Welt einfach wegsieht,wenn hier im Land solche Greueltaten seitens der Regierung begangen werden.

  2. 2
    Caramba

    Abgesehen davon, dass es am politischen Willen fehlt in Europa (Kuba unterzeichnet gerade ien Abkommen mit der EU), was hätten Sie denn gerne, dass „die Welt“ tut?
    Soll die Nato einmarschieren? Alles andere würde gar nix helfen. Sanktionen gäben nur Maduro die Ausrede, warum die Supermärkte leer sind – – abtreten würde er deshalb nicht. Sonst müsste er es ja jetzt schon tun……
    Schelte von der UNO (sollte sie sich jemals darauf eingen können….) ? Na DAS würde die Paviane sicher beeindrucken.
    Bleiben nur die USA, als Haupthandelspartner und Ölabnehmer könnten die die Konten einfrieren und den Ölkauf stoppen. Wäre mir auch lieber, dass sie sich auf Vzla konzentrieren und dafür aufhören, in der Ukraine am 3. Weltkrieg zu basteln……
    Saludos

    • 2.1
      Martin Bauer

      Ausser dem „Einmarschieren“ gibt es noch andere Wege. Blockade der See- und Luftwege nach Kuba. Absolutes Waffenembargo gegen die venezolanische Regierung, d.h. notfalls werden Lieferungen aus Drittländern abgefangen. Und wenn das die Opposition es fertig brächte, sich entsprechend zu formieren, könnte man diese mit Gewehren von Heckler & Koch, Stinger Raketen u.ä. beliefern. Da wären die Collektivos schnell von den Strassen, und die gepanzerten Kampfhubschrauber wären ab Boden, so oder so.

      • 2.1.1
        Caramba

        Ja, klar, das könnte man machen. Aber wer? Die Europäer, die grade ein Handelsabkommen mit den Castros schliessen? Und wer sollte das militärisch gegen die beiden Hauptlieferanten Russland und China durchsetzen? Das könnten nur die USA….und sry, aber die sind mir mit den Russen genug auf Konfrontationskurs im Moment – sooo weit ist die Ukraine von mir nicht weg.Ich spreche kein Russisch und will es auf meine alten Tage auch nicht mehr lernen…..
        G3´s hätten wir noch genug rumliegen…..Stinger gibt es auch genug, aber willst Du wirklich Bürgerkrieg? Waffen für die Opposition hin oder her, den würde wahrscheinlich das Militär entscheiden. Und ob das gut ist…..abgesehen davon, dass es sehr blutig werden würde. Wenn man sich die Reaktion auf friedliche Proteste ansieht, würden die wahrscheinlich ganze Viertel einäschern, wenn die Studenten anfangen, Hubschrauber abzuschiessen……
        Ich weiss nicht recht…….

      • 2.1.2
        Martin Bauer

        „G3´s hätten wir noch genug rumliegen…..Stinger gibt es auch genug, aber willst Du wirklich Bürgerkrieg? “
        Ob ich denn will? Dann wäre ich wohl nicht nach Venezuela ausgewandert, sondern nach Afghanistan oder in den Irak. Caramba, wir sind bereits an dem Punkt angelangt, wo es kein Zurück mehr gibt. In vielen Edificios wohnen unter den 20-50 Parteien auch 1-2 Chavista Familien. Einige sind friedfertig und habe selber Todesängste vor uns. Andere haben ein freches Maul und drohen offen mit Mord. Vor wenigen Tagen war ich Zeuge, wie einer davon seinem Nachbarn damit drohte, ihm die Pistole in den Mund zu rammen (er hatte sie wohl gerade nicht dabei). – Die Collectivos sind hier bereits in ein Edificio in der Nachbarschaft eingedrungen und alles ausgeraubt. Die werden immer dreister. Es ist nicht zumutbar, unbewaffnet abzuwarten, bis sie in deiner eigenen Wohnung stehen und um sich schiessen.

        Das war vor 2 Wochen noch kaum vorstellbar. Aber in weiteren 2 Wochen wird das Ausmass der Gewalt noch sehr viel schlimmer sein.

        Die Nationalgarde ist am Ende ihrer Möglichkeiten. Die Collectivos werden den Volksaufstand auch nicht brechen können. Was ist die logische Folge? Maduro wird schwere Panzer und Kampfhubschrauber auf uns hetzen. Gegen Panzer kann man zur Not noch was machen, aber gegen die russischen Hubschrauber helfen nur Stinger, sonst schiessen die in die Häuser rein, und deren Munition geht durch die Mauern wie durch Butter.

        Mit Hilfe nur weniger hochmoderner, effizienter Geräte könnte dieses saudämliche Regime mitsamt den dekadenten Kubanern in die Knie gezwungen werden. Das wäre der schnellste Weg zum Frieden, der mit der geringsten Zahl der Opfer.

      • 2.1.3
        Martin Bauer

        „wenn die Studenten anfangen, Hubschrauber abzuschiessen……“
        Nein, Caramba! Es sind doch längst nicht mehr nur Studenten, die im Widerstand tätig sind. Da sind haufenweise erfahrene Männer dabei, z.T. Reservisten und sogar aktive Soldaten und Offiziere. Da werden Pläne gemacht wie im Generalstab. Dies ist die Reaktion auf die Reaktion friedlicher Proteste. Wenn jemand, ob Studenten oder wer auch immer, anfängt, Hubschrauber abzuschiessen, dann nur, weil diese Hubschrauber kommen um auf das Volk zu schiessen. Sie haben längst beschlossen, da Maduro Sturm sät, soll er einen Taifun ernten. Es fehlt jedoch an Material und Ausrüstung. Und ohne effektive Waffen geht es nicht. Woher die kommen, und wer sie führen wird, vermag ich nicht zu sagen.

      • 2.1.4
        Caramba

        Also, nicht dass ich jetzt planen möchte, aber es gäbe 2 naheliegende Quellen…..entweder über die Landgrenze, welche, kannst du dir wahrscheinlich selber ausmalen, oder, am naheliegendsten, im wahrsten Sinne, aus Militärstützpunkten…..
        Wäre natürlich toll, hätte die Opposition damals wirklich die 18 Jets gekauft *lol*

  3. 3
    Caramba

    Wow. Das scheint meinen direkten Quellen (alle auf der Isla) noch nicht richtig bewusst zu sein. Die Meisten betrachten es eher als lästig denn als gefährlich…..

  4. 4
    Martin Bauer

    Gerade kommt die Nachricht über Twitter, Collectivos sind in San Diego (nahe Valencia) in Schulen eingedrungen und haben Kinder entführt. Franciso Ameliach heisst die Bestie, die dafür verantwortlich ist. Da soll man weiterhin FRIEDLICH protestieren? Obwohl die REGIERUNG diese Mörder schickt und bezahlt?

    Mal abgesehen davon, wer jetzt seine Kinder zur Schule gehen lässt, hat ganz gewaltig einen an der Klatsche.

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