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Humboldtschule in Caracas: Nationale Lehrer leiden Hunger

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Die Humboldtschule ist eine bikulturelle Begegnungsschule. An ihr werden ca. 800 Schüler unterrichtet. Ein Teil der Schüler wird zum Deutschen Abitur geführt. Sie ist eine von 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit (Foto: colegiohumboldtcaracas)
Datum: 19. Januar 2018
Uhrzeit: 09:19 Uhr
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise in Venezuela bekommen jetzt auch immer mehr Lehrer der Humboldtschule in Caracas zu spüren. Mit einem Gehalt von umgerechnet 5 Euro pro Monat müssen die Pädagogen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Ein Lehrer verdient zwischen 500.000 und 1.000.000 Bolivares. Die Auswirkungen sind verheerend. Viele nationale Lehrer leiden mittlerweile Hunger oder können nicht zur Arbeit kommen, weil sie sich für subventionierte Lebensmittel anstellen müssen.

Die Humboldtschule wird zwar aus Deutschland finanziell gefördert, die Gelder kommen allerdings nicht direkt bei den Lehrern an. Der Schulvorstand unterhält ein Devisenkonto in dem Steuerparadies Barbados unter den Namen F.C.H. ACADEMIC HOLDINGS CORPORATION. Die nationalen Lehrer profitieren allerdings nicht davon.

Der neue Schulleiter, Thomas Altrichter, steht diesen Vorgängen tatenlos gegenüber und produziert ein Skandal nach dem anderen. Nachdem mehrere Lehrer die Schule verlassen haben, wurde von ihm seine Ehefrau mit Sonderkonditionen an der Schule eingestellt und gleich in die Schulleitung integriert. Ohne gültiges Arbeitsvisum unterrichtet sie an seiner Seite, während der Unterricht aufgrund des Lehrermangels in anderen Fächern nicht mehr erteilt wird und mehrere Klassen zusammengelegt wurden. Unter seiner Leitung wurden auch gleich mehrere tausende von Euros ausgegeben, damit neu angeworbene Lehrkräfte aus Deutschland ins Ausland fliegen konnten, die bis dahin ohne gültiges Arbeitsvisum an der Schule unterrichtet haben, um sich ihre Papiere im Ausland zu organisieren.

Altrichter hat von 2015 die Deutsche Schule Visconde de Porto Seguro in Sao Paulo bis 2017 geleitet. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten hat sich der brasilianische Schulvorstand von dem 56 jährigen getrennt. Altrichter hat in der ehemaligen DDR Mathematik und Physik studiert. Seit Mai 2017 leitet Altrichter die deutsche Schule in Caracas. In seiner Dienstzeit haben sowohl die Sekretärin in Sao Paulo wie auch in Caracas gekündigt. Die Chefbuchhalterin in Caracas wurde Anfang des Schuljahres nach 18 Jahren entlassen.

Die Humboldtschule ist eine bikulturelle Begegnungsschule. An ihr werden ca. 800 Schüler unterrichtet. Ein Teil der Schüler wird zum Deutschen Abitur geführt. Sie ist eine von 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesfacil57

    Sehr traurig, da bin ich auch mal zur Schule gegangen und die venezolanischen Lehrer haben sich sehr viel Mühe gegeben.
    War aber auch schon früher teilw. ein grenzwertiges Geklüngel dort.
    Der neue Schulleiter scheint ja sein „Geschäft“ in Südamerika gut gelernt zu haben.
    Den Hinweis hier, dass dieser in der ehem. DDR studiert hat, halte ich für entbehrlich und für blanken Populismus und Demagogie. Auch sog. Lehrkräfte aus der ehem. BRD sind/waren vor Korruption, Vorteilsnahme und z.T. extrem grenzwertigen „Unterrichtsmethoden“ nicht gefeit.
    Derartiges gehört zur örtlichen „Folklore“ und die Deutschen sind gut und schnell im Lernen.

  2. 2
    Miguel

    Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie man etwas subventioniert und sich nicht die Bücher zeigen lässt und diese kontrolliert. Versuche mal in Deutschland etwas subventioniert zu bekommen und dich nicht bis auf die Hosen auszuziehen, geschweige denn eine Auszahlung zu erhalten ohne dreifache Nachweise.

  3. 3
    RaraAvis

    Traurig, aber kein Einzelfall.
    Keiner will genau wissen, was an deutschen Auslandsschulen passiert. Schon gar nicht die Bundesregierung.
    So lange man ein paar Abiturienten als „Erfolg der Auswärtigen Kulturpolitik“ vorzeigen kann ist doch alles bestens. Wirklich?
    Hier ein Beispiel aus Istanbul:
    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/deutsche-schule-istanbul-2-5-millionen-euro-sind-verschwunden-a-1043153.html
    Hier ein Beispiel aus Puebla:
    http://blogs.taz.de/latinorama/2011/10/08/es_ist_was_faul_in_puebla_mexiko/
    Hier zwei Beispiele aus Chile:
    http://blogs.taz.de/latinorama/2011/08/07/exzessiver_polizeieinsatz_in_der_deutschen_schule_arica/
    http://www.taz.de/!5115388/
    Und hier das „grosse öffentliche Interesse“ am neuen Auslandsschulgesetz, das Beihilfen erhöht und einzig und allein von Absolventenzahlen abhängig macht:
    https://www.change.org/p/bundesregierung-bundestag-neues-auslandsschulgesetz-%C3%A4ndern-und-geld-sinnvoll-einsetzen

  4. 4
    Christian

    Naja, wer die DDR erlebt und kennengelernt hat weiß, dass die Lehrer dort stets linientreu und in der Partei waren. Ebenso wer dort aufgewachsen ist, hat unweigerlich bis heute zu einem mehr oder weniger großen Anteil die DDR Ideologie noch intus bzw. in Erinnerung.
    Dies spiegelt sich bei solchen Personen heute vielfach im Nachtrauern bzw. im Glorifizieren der guten alten DDR Zeiten wieder: „wir hatten doch alles“ … „dort hat man noch zusammengehalten“ … „die Lehrer in der DDR hatte immer Recht“.
    Faktum ist, dass in der DDR auch die Lehrer massiv Günstlinge der Regierung waren. Ohne Linientreue durfte man nichtmal den Lehrberuf studieren oder gar die Lehrer Laufbahn einschlagen.
    Der Kollege vor Ort in Caracas hat mit Sicherheit schon entsprechende Kontakte geknüpft und diese Linie eingeschlagen. Sonst hätte er mit Sicherheit schon Besuch von den Schergen der PSVU bekommen.

  5. 5
    Catharina Sendel

    Das ist alles noch total untertrieben. der Dr. Altrichter, immer noch Stasi Methoden, macht sich mit der Verwaltungsangestellten die Taschen voll. Aber man sollte nicht alle deutschen Lehrer in einen Topf schmeißen. Als die Machenschaften der Verwaltungsangestellten bemerkt wurden, hat es doch ein Lehrer, schon lange dort tätig dem Rektor gemeldet. Nun wurde der Spieß umgedreht. der Lehrer bekam eine Anzeige wegen psychischer Misshandlung Schutzbefohlener. Er hatte eine ven. Lehrerin abgemahnt, wegen ewigen Zuspätkommen. Er und eine andere langjährige Kollegin wurde Nahe gelegt zu kündigen. Es wurde der Computer genutzt, private E-Mails gelesen, sogar im falschen Namen geantwortet. Der Zugang zu dem Schulgebäude wurde gesperrt. Als es sich dann noch sämtliche Lehrer, egal ob aus Deutschland oder Venezuela, sogar die Sicherheitskräfte und das Kantinen Personal, alle Schüler erlaubten schwarz gekleidet, zu demonstrieren. da platze Dr. Altrichter fast der Kopf. Die Lehrer durften das Schulgebäude wieder betreten. Aber alle Ämter die sie sich im laufe der Jahre erworben hatten wurden aberkannt. Aus Solidarität haben dann noch 8 weitere Lehrkräfte gekündigt. Diese erste Beiden haben die „Neuen“ vom Flughafen abgeholt, ihnen ein Bett in ihrem Haus zur Verfügung gestellt, sie ernährt, nicht einfach dort. Und was ist…
    Ein Tritt in den Allerwertesten.

    • 5.1
      noesfacil57

      Mit Verlaub, ich möchte Ihnen wirklich nicht zu nahe treten, aber Ihr Beitrag ist ein ziemlich wirr- krudes und kaum nachvollziehbares Sammelsurium von Geschwurbel.
      Zu meiner Zeit am Colegio Humboldt war das Niveau (das intellektuelle) deutlich anders gelagert.

  6. 6
    thor

    warum erfolgt keine Anzeige bei der dt. Botschaft bzw. dem Oberschulamt in D? Oder besser, kontaktieren Sie einfach einen Redakteur der Bild-Zeitung…

    • 6.1
      noesfacil57

      Das ist eine wahrhaft grandiose Idee!
      Es geht doch wirklich nichts über die BILD Zeitung, die hat Niveau und journalistische Klasse.
      BILD Dir Deine Meinung.

  7. 7
    Binchen

    Ja das kenn ich nur zu gut. Ich habe in Sao paulo seine Tochter mehr als eine Woche aufgenommen… Sie hat bei uns gewohnt, als er zur Fortbildung nach Deutschland flog, Ihm und sie den Start in Sao Paulo erleichtert. und er hat mich auch gekündigt…..Er hat uns Lehrer gegenseitig auseinander gespielt. Alle Kollegen, die seine Meinung nicht teilten,wurde das Leben zu Hölle gemacht. Er agierte an der Porto ebenfalls mit Stasi-Methodrn und hatte immer sein Vorteil im Blick. Seine Tochter hatte Narregfreiheit hier am der Porto….
    Sehr traurig,dass dieser Mensch Deutschland in Ausland repräsentiert

  8. 8
    Fideldödeldumm

    Hier kann man sich über den Herrn beschweren:

    http://www.bva.bund.de/DE/Organisation/Abteilungen/Abteilung_ZfA/DieZfA/node.html

    Die Mailadresse der Abteilungsleitung lautet:
    heike.toledo@bva.bund.de

    Wenn von dort keine Reaktion kommt, dann kann man sich auch an den Präsidenten des Bundesverwaltungsamtes wenden. Dies ist Herr Christoph Verenkotte.

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